Kitas sind die ersten Bildungsorte im Leben eines Kindes und damit einer der wichtigsten Hebel für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Integration und Demokratiebildung. Aber wie gut ist das deutsche Kita-System darauf vorbereitet?
Im Auftrag von Deutscher Kitaverband haben wir von pollytix strategic research gmbh 27 Stakeholder:innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Trägerlandschaft, NGOs und Medien befragt. Die Diagnose ist über alle Gruppen hinweg bemerkenswert einheitlich:
- Das System ist erschöpft. Fachkräftemangel, finanzielle Planungsunsicherheit und ungewöhnlich hohe Krankheitsquoten beim Personal sind Symptome eines Systems unter Dauerdruck.
- Qualität wird im Kita-Alltag oft zu eng gedacht. Strukturkennzahlen wie Personalschlüssel und Gruppengrößen sind für die Entwicklung des Systems notwendig, aber nicht ausreichend. Was direkt beim Kind ankommt, die Interaktionsqualität zwischen Fachkraft und Kind, bekommt zu wenig Aufmerksamkeit. Hinzu kommt der Wunsch nach einheitlichen Qualitätszielen, die regionale Vielfalt ermöglichen, aber Orientierung schaffen.
- Die gesellschaftliche Wirkung wird unterschätzt. Kitas sind Orte, an denen Kinder früh lernen, dass ihre Stimme zählt, dass Regeln gelten und dass Vielfalt normal ist. Und sie sind einer der wenigen Orte, an denen Menschen aus unterschiedlichen Milieus noch zusammenkommen. Wenn diese Infrastruktur wegbricht, schafft das Raum für antidemokratische Strömungen.
Die vollständige Studie ist hier in der Pressemitteilung des Deutschen Kitaverbands zu finden.